Das sind die Ergebnisse der großen ORF-Umfrage 2025

Wir wollten wissen, was Sie bewegt: Bei der zweiten Ausgabe von „ORF fragt“ standen alltagsrelevante Themen im Fokus, die viele Menschen derzeit besonders beschäftigen. Inhaltlich begleitet wurde das Projekt vom Meinungsforschungsinstitut INTEGRAL, das alle eingelangten Antworten ausgewertet hat. Zentrale Ergebnisse wurden am 15. Oktober 2025 in der „ORF 1 Spezial“-Sendung „ORF fragt: Wie geht's Österreich?“ präsentiert, die nun auf der Streamingplattform ORF ON abrufbar ist.

Die Umfrageergebnisse gibt es hier im Detail zur Ansicht.

Ausgewählte Ergebnisse von „ORF fragt“ 2025

Zufriedenheit und Sorgen

Mit 73 % ist der überwiegende Teil jener, die an der Umfrage teilgenommen haben, mit der eigenen aktuellen Lebenssituation sehr bzw. eher zufrieden. Was die Zukunft betrifft, ist man v. a. beim Blick auf globale Entwicklungen wenig zuversichtlich: Zeigen sich in Bezug auf die eigene Zukunft immerhin noch 36 % eher optimistisch als pessimistisch, sind es in Bezug auf die Entwicklung Österreichs nur mehr 24 % und in Bezug auf die Welt gar nur mehr 10 %. Sorge bereiten den Menschen derzeit vor allem kriegerische Handlungen in der Welt (79 %), steigende Preise (64 %), der Zustand der Demokratie weltweit (63 %), der fehlende Zusammenhalt in der Gesellschaft (58 %) und das Aufgehen der Schere zwischen Arm und Reich (56 %). Darüber hinaus sorgen sich die Menschen derzeit – gleichauf mit jeweils 52 % – um die wirtschaftliche Situation sowie die Gesundheitsversorgung in Österreich, um Sicherheit/Kriminalität/Terrorismus sowie um Zuwanderung/Migration.

Krisenszenarien und Kriminalität

Danach gefragt, von welchen krisenhaften Ereignissen man es für sehr wahrscheinlich hält, in den nächsten fünf Jahren persönlich bzw. in der eigenen Region betroffen zu sein, gehen etwa vier von zehn Umfrage-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern von einer Überschwemmung/Hochwasser (44 %) bzw. einem Terroranschlag (42 %) aus. 25 % halten einen militärischen Angriff auf Österreich / Krieg in den nächsten fünf Jahren für sehr wahrscheinlich. Mit 69 % nimmt die Mehrheit an, dass Österreich dafür nicht ausreichend gerüstet ist, 27 % trauen sich in dieser Frage kein Urteil zu, nur 4 % halten Österreich für gut gerüstet. 66 % sind der Meinung, dass die Kriminalität in den letzten Jahren zugenommen hat, 6 % sehen eine Abnahme, 28 % keine Veränderung. Im Vergleich zu anderen Ländern ist Österreich aus Sicht der überwiegenden Mehrheit (87 %) aber weiterhin ein eher sicheres Land.

Wirtschaftliche Situation und Teuerung

Was die Einschätzung der eigenen wirtschaftlichen Lage betrifft, müssen sich 18 % finanziell in keiner Weise einschränken, 55 % kommen im Großen und Ganzen gut zurecht, 21 % kommen gerade so über die Runden und für 6 % reicht es vorne und hinten nicht. Nach Bereichen gefragt, in denen man die zuletzt deutlich gestiegenen Lebenskosten besonders spüre bzw. sparen müsse, werden am häufigsten Lebensmittel (71 %) und Gastronomie (56 %) genannt, gefolgt von Strom/Heizen (48 %), Wohnen (36 %), Urlaub/Reisen (35 %) und Auto/Tanken (34 %).

Gesundheit und Klimaschutz

Mit dem österreichischen Gesundheitssystem sind fast zwei Drittel (63 %) sehr/eher zufrieden, 27 % eher nicht, 10 % gar nicht. Als dringendste diesbezügliche Aufgabe wird die Verhinderung einer „Zwei-Klassen-Medizin“ gesehen (35 %), gefolgt von der Sicherung der flächendeckenden Versorgung mit Ärztinnen und Ärzten aller Fachbereiche (27 %). Im Bereich Umwelt- und Klimaschutz versuchen 52 % selbst aktiv einen Beitrag zu leisten. Danach gefragt, wer am dringendsten gefordert ist, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, nennen mit 44 % die meisten „jeder/jede selbst“, gefolgt von Wirtschaft/Industrie (25 %), Regierung und EU (jeweils 14 %).

Smartphone-Nutzung und Digitalisierung

30 % der Teilnehmerinnen und Teilnehmer passiert es laut eigener Angabe regelmäßig, dass sie mehr Zeit mit dem Handy verbringen als geplant – bei den unter 30-Jährigen sogar 55 % –, weiteren 49 % passiert dies ab und zu. Wenn man sein Handy einmal nicht dabeihat, empfindet es ein gutes Viertel (27 %) als positiv, temporär nicht erreichbar zu sein. 30 % fällt es gar nicht auf bzw. ist es egal. Dem entgegen empfinden es 28 % als eher unangenehm, ohne Handy zu sein, 14 % fühlen sich dann sogar absolut unwohl. Überfordert mit den Entwicklungen im digitalen Bereich fühlen sich 41 % (9 % oft, 32 % hin und wieder), die Mehrheit (58 %) kommt damit insgesamt aber sehr gut zurecht. Dass man inzwischen vieles online erledigen kann, empfinden die meisten eher positiv (71 %).

Social Media und Fake News

Hinsichtlich Social Media zeigt man sich tendenziell kritisch: 49 % meinen, dass soziale Medien die Gesellschaft spalten, 59 %, dass Kinder möglichst lange davon ferngehalten werden sollten, und 72 %, dass die Menschen wieder öfter direkt miteinander sprechen sollten als so viel Zeit mit Social Media zu verbringen. Nur 10 % sehen soziale Medien als Bereicherung für das eigene Leben. 15 % meinen, man würde ohne Social Media nicht wissen, was in der Welt wirklich passiert – dieser Ansicht sind vor allem unter 30-Jährige (30 %). Falschinformationen und Fake News im Internet sind laut 86 % für die Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher eher schwer zu erkennen. Für 9 von 10 haben Fake News überdies Auswirkungen auf unsere Demokratie (59 % auf jeden Fall, 31 % eher schon).

Informationsangebote im ORF

Mit welcher Art von Angeboten soll der ORF über interessierende Themenbereiche häufiger informieren? 60 % der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wünschen sich häufiger Dokumentationen/Reportagen, 43 % ausführliche Berichte und Analysen, 41 % Kurzinformationen, 34 % Themenschwerpunkte, 33 % Interviews oder Diskussionssendungen mit Fachleuten und 17 % Informationen auf Social Media.